Kirchen in Biebrich

Hauptkirche Die Hauptkirche, mit mehr als 900 Jahren älteste und mehr als 700 Jahre einzige Kirche Biebrichs, blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Erstmals erwähnt wird sie 1085 in einer Urkunde, deren Original im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden aufbewahrt wird. Als katholische Kirche gehörte sie im Laufe der Jahrhunderte zu den verschiedensten Erzbischöfen, Stiften und Klöstern, zuletzt auch zum Kloster Eberbach im Rheingau. Nach der Reformation durch Luther wurden im Jahr 1560 erstmals evangelische Gottesdienste abgehalten. Nach dem Dreißigjährigen Krieg und den Jahren der Not danach war die Kirche so zerstört, dass man sich zum Abriss und Neubau entschloss, zumal die Kirche zukünftig als Hofkirche für die fürstliche Familie und den Hofstaat genutzt werden sollte. Dieser Kirchenneubau wurde 1716 eingeweiht und 1882 umfassend renoviert, drei neue Glocken und eine neue Orgel wurden angeschafft. Den 1. und 2. Weltkrieg überstand die Hauptkirche fast unbeschädigt. Zu diesem Zeitpunkt war sie schon seit mehr als 60 Jahren nicht mehr die einzige Kirche in Biebrich. Mit dem Ende des Herzogtums Nassau und dem Entstehen neuer Fabriken am Rhein wuchs die Bevölkerung sehr stark durch Zuzug. So war die Hauptkirche nicht mehr ausreichend.
St. Marien Kirche Mit der Industriealisierung Biebrichs wuchs auch die Anzahl katholischer Bürger. So wurde 1874 der Grundstein zum Bau der St.Marienkirche gelegt. 1876 konnte die Einweihung der Kirche erfolgen. St. Marien erhielt zwei Glocken, gegossen aus französischen Kanonen. Diese waren im Frankreich-Feldzug erbeutet worden und ein Geschenk von Kaiser Wilhelm I. Die Malereien in der Kirche sowie der Altar, die Kanzel, bunte Fenster und der Turmausbau waren das überaus großzügige Geschenk der Eheleute Hubertus Kreitz.
Oranier Gedächtniskirche Auch eine zweite evangelische Kirche wurde benötigt. So erfolgte im Jahr 1902 der erste Spatenstich zum Bau der Oranier-Gedächtniskirche. Zur feierlichen Einweihung im Jahr 1905 ließ Kaiserin Auguste Viktoria eine kostbare Altarbibel überreichen. Im gleichen Jahr besichtigte das Kaiserpaar die Kirche und trug sich in das goldene Kirchenbuch ein. Die Oranier-Gedächtniskirche mußte im 2. Weltkrieg ihre Glocken zum Einschmelzen abgeben. Bei einem Angriff auf Biebrich von Brandbomben getroffen wurde die Kirche fast völlig zerstört. Ebenso die Orgel aus dem Einweihungsjahr. Nach dem Krieg erfolgte der Wiederaufbau und im Dezember 1952 wurde die neue Orgel eingeweiht. 1958 erhielt die Kirche neue Glocken.